Ein nachhaltiges Versorgungssystem, das auch morgen trägt.
Warum es die Blaue Landwirtschaft Schweiz braucht, was sie löst und warum es jetzt darum geht, die Entscheidungen zu treffen, die bis 2038 wirken.
Warum es diese Initiative braucht.
Das Problem
Die Schweiz hat ein leistungsfähiges Versorgungssystem. Bei Fisch und aquatischen Lebensmitteln ist sie jedoch stark vom Ausland abhängig. Rund 72 Prozent des Schweizer Süsswasserfischbedarfs werden durch Importe gedeckt. Gleichzeitig nehmen verwundbare globale Lieferketten, geopolitische Spannungen, umwelt- und klimainduzierte Produktionsrisiken, Handels- und Währungsrisiken sowie der Druck auf natürliche Ressourcen zu. Die Zahl der Inland-Berufsfischer sinkt seit Jahrzehnten. Mit jedem aufgegebenen Betrieb gehen Wissen, Infrastruktur und Arbeitsplätze in der Region verloren.
Die Lösung
Blaue Landwirtschaft Schweiz schafft die Grundlage für eine neue Form der Zusammenarbeit. Über eine genossenschaftlich getragene Plattform werden Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft von der Aufzucht über die Verarbeitung bis zum Handel verbunden. Ziel ist es, Produktionsstrukturen, Eigentumsinteressen, Wissen und Erfahrungen so zu bündeln, dass verlässliche Entscheidungsgrundlagen und mehr Planungssicherheit entstehen. Auf dieser Basis kann die heimische Süsswasserfischwirtschaft Schritt für Schritt aufgebaut und koordiniert weiterentwickelt werden.
Warum jetzt
Die sozioökonomischen und sozioökologischen Veränderungen in der Schweiz erfordern neue Lösungen für eine sichere und nachhaltige Lebensmittelproduktion und Lebensmittelversorgung. Gleichzeitig fehlt der Schweizer Süsswasserfischwirtschaft bis heute eine gemeinsame Stimme, nationale Sichtbarkeit und eine verbindende Plattform. Dabei sind die Voraussetzungen so gut wie schon lange nicht mehr: engagierte Produzenten, ausgereifte Technologie, wissenschaftliche Kompetenz und Investoren, die das Thema beobachten. Was fehlt, ist der Ort, an dem diese Kräfte zusammenkommen. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach regionalen Lebensmitteln, nach Transparenz, umwelt- und klimaneutraler Produktion sowie Versorgungssicherheit. Jetzt ist der Zeitpunkt, diese Kräfte zu bündeln und eine zukunftsfähige, widerstandsfähige und wettbewerbsfähige Schweizer Süsswasserfischwirtschaft aufzubauen.
Warum diese Form
Die bestehenden Organisationen und Marktakteure erfüllen heute wichtige und klar definierte Aufgaben. Was bisher fehlt, ist ein legitimierter, beauftragter und integrativer Partner, der die gesamte Wertschöpfungskette verstärkt und eine nachhaltige Entwicklung über die einzelnen Betriebe hinaus möglich macht. Genau diese Rolle soll die Genossenschaft Blaue Landwirtschaft Schweiz übernehmen. Die Genossenschaft ersetzt weder Verbände noch Behörden, sie ergänzt sie. Sie bündelt Produktivkräfte, Produktionsverhältnisse und Ressourcen, getragen von allen, die mitbauen.
- eine nationale Marketing- und Absatzförderung
- ein starkes Schweizer Label für die Süsswasserfischwirtschaft
- mehr Sichtbarkeit in Politik, Wirtschaft und Medien
- eine abgestimmte Entwicklung der ganzen Branche, über den einzelnen Betrieb hinaus
Ein Kreislauf, der zusammenhält.
Die Genossenschaft im Zentrum der Kette.
- Produktion. Aquakultur und Aquaponik in modernen Kreislaufanlagen, die Wasser mehrfach nutzen.
- Verarbeitung. Arbeit und Umsatz bleiben in der Region, nach klaren Qualitätsstandards.
- Vermarktung. Nationale Kommunikation und Absatzförderung für Schweizer Fisch.
- Konsum. Gastronomie, Handel, Gemeinden und Private als starke Nachfrage.
- Kreislauf & Nachhaltigkeit. Ressourcen schonen, Seen und Flüsse entlasten.
- Weiterentwicklung. Wirkung messen, Wissen teilen, Strukturen anpassen.
Die nächsten vier Etappen.
2027 Tragfähigkeitsstudie
Bis zum 2. Quartal 2027 soll die Tragfähigkeitsstudie vorliegen. Sie dient den künftigen Gründungsmitgliedern der Genossenschaft Blaue Landwirtschaft Schweiz als fundierte Entscheidungsgrundlage und zeigt auf, welche präventiven Massnahmen, welche Vorsorge für mögliche Krisensituationen und welche strategischen Massnahmen für den Süsswasserfischmarkt erforderlich sind.
2027 Gründung der Genossenschaft
Die Gründungsversammlung und der Eintrag der Genossenschaft ins Handelsregister sollen bis zum 3. Quartal 2027 abgeschlossen sein.
2028 Erste nationale Absatzkampagne
Im 1. Quartal 2028 startet die erste nationale Absatzkampagne für den Süsswasserfischmarkt. Damit beginnt der schweizweite Markt- und Bekanntheitsaufbau.
2029 Erster Investment-Report
Im Jahr 2029 soll der erste Investment-Report veröffentlicht werden. Er zeigt auf, welche Fortschritte die Initiative erzielt hat und wo sie auf dem Weg zu den Etappenzielen 2033 und 2038 steht.
Was wir gemeinsam bewegen.
Die Genossenschaft Blaue Landwirtschaft Schweiz verfolgt das Ziel, den Schweizer Süsswasserfischmarkt mit ihren Mitgliedern weiterzuentwickeln. Sie verbindet die Akteure, prüft neue Lösungsansätze in Pilotprojekten und setzt ihre Aufgaben um.
- Tragfähigkeitsstudie erstellen.
- Verbindlichkeit und breite Aktivitäten durch die genossenschaftliche Organisation schaffen.
- Soziale, fachliche, wirtschaftliche und lokale politische Kräfte bündeln.
- Interessen der Produzenten gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aktiv vertreten (Lobbyarbeit).
- Nationale Marketing-, Kommunikations- und Absatzförderung planen und umsetzen.
- Branchenübergreifende Partnerschaften und Kooperationen aufbauen.